Abitur 2025


Nicht morgen, sondern hier und jetzt! –

49 Tulla-Abiturientinnen und Abiturienten feiern „Fiesta“

Am vergangenen Samstag, den 5. Juli, verabschiedete sich der Abiturjahrgang 2025 in der Muggensturmer Wolf-Eberstein-Halle im Beisein von Familien und Lehrern mit einer großen Fiesta vom Tulla-Gymnasium.

Gerahmt von Beiträgen der Abi-Band gratulierten zunächst die Vorsitzende des Elternbeirats, Nicole Neuberth, und der Vorsitzende der Vereinigung der Freunde des Tulla-Gymnasiums, Olaf Kaspryk zum bestandenen Abitur: Frau Neuberth legte ihr Augenmerk darauf, dass die Absolventen einen sehr hohen Anteil ihres noch jungen Lebens in der Schule – insbesondere auf dem Tulla – verbracht hatten und dadurch unweigerlich beeinflusst wurden. Wie in den Jahren davor kam auch in ihrer Rede zur Sprache, wie belastend die Corona-Zeit für das Lernen gewesen war; die daraus erwachsenen Fähigkeiten im Umgang mit herausfordernden Situationen münzte sie in ein großes Plus um, das der Jahrgang nun bei seinem Neubeginn sicherlich gut zu nutzen wisse.

Olaf Kaspryk, der diesmal nicht nur in offizieller Funktion, sondern auch als Vater eines Abiturienten mitfeiern durfte, gewährte indessen einen privateren Blick auf Hoffnungen und Träume junger Menschen in dieser so bedeutenden Phase des Umbruchs. „You can’t always get what you want“ – die Rolling Stones zitierend verwies er darauf, wie man als junger Mensch – manchmal vielleicht zu leichtfertig – Prioritären setzt und wie man dann lernt, an deren Konsequenzen – mal leichter und mal schwerer – zu tragen. Am wichtigsten sei dabei auf jeden Fall aber: immer zu lieben, was man tue, denn so könne auch jeder Umweg ein wichtiger Schritt in Richtung Selbstverwirklichung werden.

Nach einem im wahrsten Sinne des Wortes schmissigen „Hit The Road Jack“, das die Abi-Band gemeinsam mit den Sängern Ranya Bouklata, Khadija Husseini und Izzy Pasandedarbot, richtete Scheffel-Preisträgerin Anne Peter ihre Worte an den Jahrgang: Selbstzweifel und Selbstvertrauen waren die großen Themen, die sie in ihrer Rede beschrieb. Dabei richtete sie immer wieder dankende Worte an wichtige Menschen – Lehrer, Mitschüler und Eltern, die ihre Schulzeit begleitet und geprägt hatten. Trotz des ernsten Themas fand sie genügend Gelegenheit, mit viel Humor und Insiderwitz ein heiteres Bild vom Schulalltag am Tulla zu entwerfen, um schließlich mit Stolz zu bekennen: „Einmal Tullaner, immer Tullaner!“

Schulleiter Martin Rapp wiederum widmete sich in seiner Rede dem diesjährigen Abitur-Motto „ABIOS AMIGOS – 12 Jahre Siesta, jetzt Fiesta“. Er wagte es, mit großer Gewissheit anzuzweifeln, dass die Schulzeit immer nur aus „Siesta“ bestanden habe: Lern- und Klausurphasen, alternative Formen von Lernleistungsnachweisen, Homeschooling, digitaler Fortschritt und vieles mehr forderten den Abiturienten in der Vergangenheit viel Disziplin und einiges an organisatorischem Talent, an Aufmerksamkeit und kritischem Denken ab. – Die dabei über Jahre hinweg unter Beweis gestellte Leistung sei heute allerdings echter Anlass zur „Fiesta“!

In einem zweiten Blick auf das Motto des Jahrgangs assoziierte Rapp eine Lebenshaltung, die in „Wenn-Dann“-Kategorien denke: Kritisch warnte er davor, im Jetzt allzu passiv zu verharren und den Blick prokrastinierend immerzu auf „morgen“, auf eine undefinierte Zukunft, auszurichten. Es gelte, aktiv im Hier und Jetzt zu handeln und Verantwortung zu übernehmen – gerade nun, da keine Stunden- und Klausurpläne den Takt mehr vorgeben; nur so könne Selbstbestimmung gelingen und wahrhaft Freiheit erfahren werden.

Im Anschluss an diese zahlreichen inspirierenden Gedanken der Redebeiträge erhielten die 49 Absolventen ihre ersehnten Zeugnisse. Mit einem Durchschnitt von 2,2 und insgesamt 19 Abiturienten mit einer 1 vor dem Komma, zahlreichen Preisen und Anerkennungen gab es breit gestreuten Anlass zur Freude.

Jannis Hentschel erhielt nicht nur einen Preis des Tulla-Gymnasiums für die Traumnote 1,0, sondern wurde mit dem Hermann-Herbstreith-Preis für hervorragende Leistungen in Mathematik und Physik, dem Ferry-Porsche-Preis, dem Preis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung und dem Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet.

Für ihre ebenfalls hervorragenden Leistungen würdigte das Tulla Lena Kaluza (1,1), Eva Klär (1,1), Lea Habich (1,3) und Severin Hotze (1,3). Preise der Gesellschaft Deutscher Chemiker gingen dabei an Lea Habich und Eva Klär; den Karl-Frisch-Preis für Biologie erhielt Lena Kaluza und für hervorragende Leistungen im Fach Latein wurden Preise der Stiftung Humanismus Heute an Lena Kaluza und Lea Habich vergeben.

Weiterhin freuten sich Dimitri Asimionescu über den Friedrich-Gantner-Sprach-Preis des Rotary-Clubs Baden-Baden-Merkur für hervorragende Leistungen in den Sprachen und Lukas Fröhlich über den Religionspreis der Rastatter Pfarreien.

Nach der Preisvergabe begann schließlich die unbeschwerte „Fiesta“ – sicherlich verdient und ganz bewusst erlebt im Hier und Jetzt.

 

S. Kunz


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