Tulla-Moments
Musik-Abiturienten lernen die Bühne kennen
Schüler des Leistungskurses von Tulla-Gymnasium und LWG proben für die Prüfungssituation
Von Martina Holbein (BNN)
Rastatt. Es war eine der zwei Generalproben vor dem Abi-Vorspiel, mit denen sich neun junge Leute auf die Prüfungssituation Abitur vorbereiten. Zuhörer sind nur wenige gekommen. Die Anzahl aber ist nicht entscheidend – entscheidend ist für die Abiturienten die Möglichkeit, auf einer Bühne in einem Saal vor Publikum auftreten zu können.
Eine wesentliche Übung für die praktische Prüfung im Leistungskurs Musik, die in diesem Jahr im Mai stattfindet. So können die Schülerinnen und Schüler ausprobieren, wie sie mit ihrem Lampenfieber umgehen, und sich selbstbewusst auf der Bühne präsentieren. Unterrichtet wird der gemeinsame Musik-Leistungskurs von Tulla- und Ludwig-Wilhelm-Gymnasium (LWG) Rastatt von Anita Schnitzer, die mit insgesamt zehn Schülern die diesjährigen praktischen Prüfungen vorbereitet. Für das Vorabi-Vorspiel wählten die jungen Musikerinnen und Musiker ihre Beiträge aus einem Katalog von Werken selbst aus. Für die Abiprüfung kommt noch ein weiteres dazu, das Lehrerin Anita Schnitzer bestimmt.
Adele Pape war als einzige mit zwei „Instrumenten“ zu hören: mit Gesang, die Stimme wurde 2025 von den Landesmusikräten zum Instrument des Jahres gewählt, und mit der Altblockflöte. Von Wolfgang Amadeus Mozart hatte sie „Dans un bois solitaire“ und von Franz Schubert das Lied „Seligkeit“ für Sopranstimme ausgewählt, deren Musiksprache sie einfühlsam interpretierte. Dazu kamen eine Fantasie für Altblockflöte solo des Barockkomponisten Georg Philipp Telemann und von dem Zeitgenossen Carl Dolmetsch eine „Burlesca alla Rumba“.
Sich Musik aus unterschiedlichen Epochen und Stilen zu erarbeiten, spieltechnisch und mit musikalischer Gestaltung des Inhalts, das sind die Anforderungen für den praktischen Teil der Musikprüfung, an denen die Abiturienten gemessen werden.
Wie Charlotte Veiel (Klarinette) mit einer ausdrucksvoll gestalteten Romance aus der Klarinettensonate, op. 10 Nr. 2 von Anton Eberl, oder Elisa Brandenburg (Klavier), die für Ludwig van Beethovens Thema und Variationen über „Mich brennt ein heißes Fieber“ und „Arabesque Nr.1“ von Claude Debussy die entsprechenden Klangfarben fand.
Auch Jule Sax (Violoncello) hatte sich je nach Epoche intensiv mit den Komponisten befasst und bearbeitete in Alexander Arutjunjans „Impromptu“ ihr Cello als Rhythmusinstrument. Lena Dragan (Querflöte) war mit „Haunting Habanera“ von Richard Kershaw zu hören, während Ana Velea Francis Poulencs weite Harmonien und flirrende Rhythmen für ihre Querflöte entdeckte.
Ein Paradestück für Trompete, den „Liebestraum“ op. 17 von Theodor Hoch, blies Elisabeth Hilevski, und beginnend mit Johann Sebastian Bachs Präludium BWV 934 nahm Julius Schwaiger (Jazz-Klavier) die Zuhörer mit auf die weite Reise von der Barockmusik als Basis hin zum Jazz eines Chick Corea. Sicher in den virtuosen Passagen und selbstbewusst in der musikalischen Interpretation präsentierte Richard Ganz (Violoncello) das Moderato aus dem Konzert für Cello und Orchester Hob. VIIB:1 von Joseph Haydn.
BNN (07.03.2026)
